Schulkonzept

Bildungs- und Erziehungspartnerschaft von Schule und Elternhaus

Grundschule an der Hirschbergstraße, München


Leitgedanken

Nur wenn Schule und Elternhaus ein möglichst einvernehmliches Wertesystem verfolgen, erreichen wir den besten Erziehungs- und Lernerfolg für die uns anvertrauten Schulkinder.

Schulspezifische Gegebenheiten

Die Hirschbergschule liegt in einem Brennpunktbereich im Münchner Westen mit multikultureller Schülerschaft aus zur Zeit ca. 35 verschiedenen Nationen. 62,4% der Schülerschaft stammt aus Familien mit Migrationshintergrund, der größte Teil davon ist türkischer Herkunft. Darunter befinden sich viele Familien mit sozial schwierigen Hintergründen. Daneben besuchen auch Kinder aus Mittelschichtfamilien die Hirschbergschule. Überdurchschnittlich viele Kinder stammen aus wirtschaftlich schwachen Verhältnissen, viele Kinder kommen aus Ein-Eltern-Familien.

Die Kinder haben Förderbedarf im Bereich Sprache/Deutschkenntnisse, im Bereich des sozialen Lernens, der Persönlichkeitsentfaltung und des Erlebens von Selbstwirksamkeit, Frustrationstoleranz und Leistungsfähigkeit.

Die Hirschbergschule hat reguläre Halbtagesklassen. Zudem bietet sie insgesamt eine jahrgangsgemischte Klasse und Deutschförderklassen in den Jahrgangsstufen 1 und 2 an. Die Betreuung der Schüler nach dem Unterricht ist je nach Bedarf der Eltern zu 100% durch die Mittagsbetreuung und den Hort an der Schule gesichert. Die Hirschbergschule stellt den Schülern am Nachmittag ein umfangreiches Angebot von Arbeitsgemeinschaften zur Auswahl. Die Schule ist eng vernetzt mit der Ludwig-Maximilians-Universität, dem Kreisjugendring und stadtteilspezifischen sozialen Einrichtungen.

Ziele und Maßnahmen zur Umsetzung einer differenzierenden Elternarbeit

Mitwirkung und –gestaltung wird in der Hirschbergschule groß geschrieben.
Dies trägt einerseits dem Wunsch nach Partizipation bei etlichen Mittelschichts-Eltern Rechnung und ermöglicht andererseits Einblick und Teilhabe auch bei jenen Eltern, die der Einrichtung Schule zunächst eher distanziert gegenüber stehen mögen, auf diesem Wege aber nicht zuletzt auch in ihrer Verantwortung (für die schulische Entwicklung) ihres Kindes gestärkt werden.

Eltern sind Bestandteil der Schulfamilie im Rahmen

Eltern können zudem im Unterricht hospitieren – ein wichtiges Angebot zur Gewährleistung von Transparenz und Nachvollziehbarkeit.

Um Eltern mit Migrationshintergrund zu unterstützen, gibt es bei Bedarf Elterndolmetscher im Gespräch mit den Lehrkräften und Deutschkurse ("Mama lernt Deutsch") für Eltern.

Elternklassensprecher werden von der Schule dahingehend unterstützt, möglichst alle Eltern aus allen Kulturen zu erreichen und den Zugang zur Teilnahme an den Elternstammtischen und Klassenfesten zu erleichtern.

Schule ist neben einem pädagogischen Wohlfühlort für Kinder vor allem eine Institution, die Wissen vermittelt. Hier wird mit professionellen Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und Methoden vorgegangen. Insofern stellt Schule in gewisser Weise auch eine Behörde dar. Und zwar eine Behörde, in der feste Regeln einzuhalten sind, wie zum Beispiel Sprechzeiten der Lehrkräfte, Kontaktmöglichkeiten mit der Verwaltung, der Schulleitung etc. Deshalb ist es unser Anliegen, eine Balance zu schaffen im Bewusstsein und in der Befindlichkeit der Eltern. Zum einen sind sie respektierte, gern gesehene Experten für ihr Kind, die uns Lehrer mit ihrem Wissen über ihr Kind bereichern, zum anderen sind sie Gäste in einer Institution, deren Verantwortliche eben nicht die Eltern sind.

Die ideale Trias aus Kind, Eltern und Lehrerin scheint uns als ein gutes Konstrukt von Schule und Pädagogik zu sein. Da diese Aufgabe umfangreicher Vorbereitung bedarf, fassen wir zu dem schon vielfältig Erreichten, nun diese zusätzliche Aufgabenstellung ins Auge.

Qualitätssicherung

Nach einem weiteren Durchlauf der Lernstandsgespräche an der Grundschule Hirschbergstraße wurde die Elternzufriedenheit von uns durch einen anonymen Fragebogen abgefragt und durchwegs positiv von den betroffenen Eltern beurteilt.

Seitens der Lehrerschaft fand in den Jahrgangsstufenteams die Diskussion und der Austausch statt. Im Plenum einer Gesamtkonferenz wurde im Mai die Durchführung von Lernstandsgesprächen zum Zwischenzeugnis in den Jahrgangsstufen 1-2 beschlossen.

Auch der Elternbeirat wurde um ein Meinungsbild gebeten.

Nicht zuletzt wurde die Meinung und das Empfinden der Kinder abgefragt.

Beteiligung der Schulgemeinschaft

Die Entscheidungsfindung für diese Aufgabenstellung erfolgte auf Anregung der Lehrerinnen der jahrgangsgemischten Klassen und wurde anschließend in einer Schilf dem Kollegium vorgetragen. Diese entwickelten Pro und Contra der Argumentation und stellten die Argumente in einer Gesamtkonferenz vor. Danach erfolgte eine Diskussionsphase in den Jahrgangsstufenteams, worauf in der Gesamtkonferenz der Beschluss zur Durchführung gefasst wurde.

Im Anschluss wurde der Elternbeirat einbezogen, der ebenfalls positiv darüber entschied.

Verfasserin und Ansprechpartnerin: Stefanie Tubeileh-Allingham