Aktuelle Informationen zum Nachteilsausgleich bei LRS

Mit Beginn des Schuljahres 2016/17 gibt es für den schulischen Nachteilsausgleich bei einer Lese-und Rechtschreibstörung neue Richtlinien.

Die Grundlagen sind:

Mit diesem Schreiben möchten wir Ihnen einen kleinen Überblick über die Neuerungen geben.

1. Bezeichnung

Bisher wurde an den Schulen ein Nachteilsausgleich und/oder Notenschutz für Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Störung) oder Lese-Rechtschreib-Schwäche bei vorliegendem Nachweis und einer Stellungnahme des Schulpsychologen gewährt.

Neu ist, dass nur noch mit dem Begriff Lese-Rechtschreib-Störung (isoliert oder in Kombination) gearbeitet wird.

2. Verfahren

Der Nachteilsausgleich und/oder Notenschutz muss von den Eltern bei der jeweiligen Schulleitung beantragt werden (BaySchO, § 36). Die Schulleitung entscheidet über Art und Umfang. Nach jedem Schulwechsel prüft die Schulleitung, welche Maßnahmen zu gewähren sind. Für den Nachweis einer Lese-Rechtschreib-Störung ist stets eine schulpsychologische Stellungnahme erforderlich und ausreichend.

3. Diagnostik und schulpsychologische Stellungnahme

4. Mögliche Maßnahmen bei einer Lese-Rechtschreib-Störung

Die Bayerische Schulordnung führt ausführlich (§ 32 bis § 34) Maßnahmen auf. Zu unterscheiden sind:

Folgende Notenschutzmaßnahmen sind bei einer Lese-Rechtschreib-Störung möglich: Notenschutz hat immer einen Zeugnisvermerk zur Folge. Das gilt auch für Fächer, in denen ein Notenschutz bestanden hat und die bereits abgelegt worden sind, aber im Abschlusszeugnis noch aufgeführt werden.

Nachteilsausgleich und Notenschutz werden ausschließlich auf schriftlichen Antrag der Eltern von der Schulleitung gewährt! (BaySchO § 36, (2))

5. Was müssen Sie tun?

Den Antrag bei der Schulleitung und den Verzicht auf Nachteilsausgleich und/oder Notenschutz können Sie auch formlos stellen, falls Ihre Schule über keinen Vordruck verfügt.

Bitte wenden Sie sich bei weiteren Fragen an den Schulpsychologen Ihrer Schule.

Neue Diagnostische Leitlinien zur Legasthenie

Die S3-Leitlinie zur Diagnostik und Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Lese- und/oder Rechtschreibstörung wurde im Dezember 2011 bei der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) unter der Registernummer 028-044 angemeldet und ist seit Mai 2015 fertig gestellt.
Es wird erstmals unterschieden zwischen Rechtschreibstörung, Lesestörung und der Kombination beider Störungen. Hilfreich sind die Darstellung der Diagnostik und die Auflistung relevanter Testverfahren.